Kiesbett

Ein Kiesbett für die historischen Steine

Aktionstag des Förderkreises Friedhof Unter den Linden am 17. September 2005 

Die ältesten Steine auf dem Friedhof Unter den Linden stehen jetzt geschützt auf Sockeln, von feinem Basaltsplitt umgeben. Im Sommer hatten die Reutlinger Friedhöfe auf Empfehlung des „Förderkreis Friedhof Unter den Linden“ die  historischen Grabmale in den Nischen der Nordmauer auf eigens angefertigte Sockel setzen lassen. Am Samstag, 17. September haben Mitglieder des Förderkreises als zusätzlichen Schutz ein Bett aus Basaltsplitt aufgeschüttet: Nach 15 Arbeitsstunden ist diese Dauerausstellung der Reutlinger Friedhofskultur nicht nur schön anzusehen, sondern bietet den historischen Steinen auch die passende Umgebung, um weitere Feuchtigkeitsschäden zu verhindern.

Drei Frauen und drei Männer haben am Samstag zu Schubkarren, Hacken und Schaufeln gegriffen: Zunächst musste die Erde um die neuen Sockel herum etwas abgegraben werden, dann kam der dunkelgraue Basaltsplitt zum Einsatz. Die Stadt Reutlingen stellte die Ausrüstung und sorgte für Vesper und Getränke; Vereinsmitglied Jürgen Senft, zugleich Abteilungsleiter bei den Reutlinger Friedhöfen, leitete die Arbeit an und legte ein flottes Tempo vor.

Neben den Vorstandsmitgliedern Heidi Stelzer und Karin-Anne Böttcher haben die Förderkreis-Mitglieder Mechthild Lange und Rupert Stelzer mit angepackt. Besonders tatkräftige Unterstützung hat Willy Beckert geleistet, der sich vom Zeitungsaufruf angesprochen fühlte – ohne seine Hilfe hätte der Förderkreis das vorgenommene Pensum wohl kaum an diesem Samstag-Vormittag geschafft. Um 10 Uhr ging es los, gegen 13 Uhr hatten alle 23 Steine ihr Bett aus feinem Splitt erhalten. Damit wird Regen und Spritzwasser künftig optimal abgeleitet, so dass die Sandsteine vor zusätzlichen Feuchtigkeitsschäden von unten her gut geschützt sind. 

Die neue Nischen-Ausstellung an der Nordmauer kann sich jetzt sehen lassen: Der älteste Grabstein stammt aus dem Jahr 1649. Die Reihe setzt sich fort über das 18. und 19. Jahrhundert bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Fünf der ältesten Steine standen bisher ganz verborgen im Gebüsch an der Südmauer – durch die Umsetzung sind jetzt erstmals Beispiele der Reutlinger Grabmalskunst aus dem 17. und 18. sowie aus dem frühen 19. Jahrhundert in der Nischenreihe zu sehen.

Für das Jahr 2006 hat sich der Förderkreis die Herausgabe von erläuternden Faltblättern und eventuell auch die Installation von Erklärungstafeln direkt bei den Steinen vorgenommen: Hintergrundinformationen werden dann den kunst- und stadtgeschichtlichen Wert der nun ins rechte Licht gerückten Schätze der Reutlinger Friedhofskultur verdeutlichen.

 Karin-Anne Böttcher      

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